Herstellung von Klangschalen in Nepal

Eine Klangschale besteht meist aus 7 Metallen. Ich war schon einige Male bei der Herstellung von Klangschalen dabei. So konnte ich beobachten, dass die Metalle in ihrer Zusammensetzung nicht genau gewogen wurden. Wie erfahrene Köche in den Gewürztopf greifen so werden auch hier die Metalle nach
Gewicht, Augenmaß, Erfahrung und Intuition zusammen gefügt. Auf diese Weise entstehen vielfältige und unterschiedliche Klangschalen. Das Metall wird geschmolzen und in vorbereitete Steinformen gegossen. Erkaltet aus der Form genommen ähneln sie der Form eines Gebäcks „Amerikaner“ genannt.
Diese Form wird abwechselnd im Feuer zum Glühen gebracht, im Wasser abgekühlt, gehämmert und so lange getrieben bis die Grundform der Klangschale steht. Diese wird weiter bearbeitet, geschliffen, poliert und eventuell graviert.

Vier Männer arbeiten zusammen, um eine Klangschale herzustellen. Einer von ihnen hält mit einer Zange die glühende Schale, drei weitere Männer hämmern abwechselnd auf den Boden der künftigen Klangschale und treiben diesen mit minutiös platzierten Schlägen rhythmisch in die Schalenform.

Die Tagesform der Arbeiter, das Wetter, der flow unter den Arbeitern, ihre Erfahrung, ihr handwerkliches Geschick, astronomische Voraussetzungen…diese Parameter haben einen Einfluss auf die Qualität der Klangschalen. Jede Klangschale ist ein Unikat und hat ihre spezifischen Eigenheiten. Das macht sie so
besonders.

Seit dem Jahr 2008 bin ich regelmäßig in Nepal und nehme mir die Zeit, um hochwertige Klangschalen auszusuchen. Immer wieder suche ich dort den Kontakt zu erfahrenen nepalesischen Klangbehandlern um von ihnen zu lernen oder etwas von der traditionellen Anwendung aus alter Zeit zu erfahren.